Sonntag, 29. Juli 2012

Grausame Anblicke

Damit ich nicht ständig als kostenlose Auskunft herhalten muß, entferne ich mich oft vom Taxiposten.
Wenn man aufziehen muß, dann kann man dem leider nicht aus dem Wege gehen. Da stehen etliche Kollegen zusammen, aber nein ich werde gefragt. Der Grund ist wohl der Mangel an deutschen Taxifahrern.
" Können sie uns sagen, wo der 25er Bus abfährt und wann der fährt ".
Nein, das kann ich nicht. Es interessiert mich auch nicht die Bohne, warum auch ?
" Wissen sie, was eine Gruppenkarte kostet und wie man den Automaten bedient " ?
Erwarten diese Leute, dass ich jetzt mitkomme zum Automaten ?
Was man allerdings nur wenige Meter vom Taxiposten entfernt sehen muß, ist nicht wirklich schön.





Der Mann mit der Mütze bettelt jeden Tag. Der extrem schmutzige Schläfer, haut sich morgens Hochpozentiges rein und schläft dann.
10 Meter entfernt, werden gerade die Aida Kreuzfahrer in Empfang genommen.
Von der Decke schallt den ganzen Tag nervige klassische Musik. Man gewöhnt sich aber an das Gejaule.
Schlimmer ist die Musik der Punker, die gern ihre Ghetto Booster mitbringen. Das ist nur Gebrüll und hat mit Musik nichts zu tun.
Da lobe ich mir doch die Sex Pistols, das war noch Punk Musik, die man hören konnte.
Man darf den geistreichen Gesprächen dort auch nicht folgen, sonst verblödet man völlig.
Einige kommen morgens dahin, besaufen sich dann und fahren wieder heim. Jeden Tag trifft man die Gleichen Leute dort an. Extrem junge Leute teilweise dabei und erstaunlich viele Frauen.
Wie aber gesagt, man darf den Geprächen nicht folgen, denn es ist Schwachsinn pur.
Eine dicke Südländerin nervt extrem, denn die geht von Taxi zu Taxi und sagt: " Kinder nix Essen haben, viele Kinder. Bitte, bitte sie helfen ". Wehe das Fenster ist nicht auf....die klopft an.
Dann solch ein Typ mit einer zu kurz eingestellten Krücke und Pappbecher in der Hand. Den ganzen Tag bettelt der im und vorm Bahnhof.
Das Problem ist, der braucht die Krücke nicht und er kann wunderbar laufen. Das habe ich am späten Abend live gesehen.
Man denkt man tut etwas Gutes, dabei verarschen uns solche Leute.
Dann die Zigeuner, die an Kreuzungen die Fenster putzen wollen. Solche Dinge habe ich zu meinen Nachtschichtzeiten natürlich nie erlebt.
Teilweise halten die den ganzen Verkehr auf.
Der Umsatz war vergleichbar mit dem Umsatz vom Flughafen am Samstag. Somit war es kein Fehler, dass ich Bernds Taxi nicht genommen habe. Da ich mehr Touren hatte ( 13 ), war das Trinkgeld auch besser.
Nur über eine Tour habe ich mich geärgert. Megareiches Pärchen, was nicht zu übersehen war. 2 extrem schwere Koffer und nächste Woche geht es nach Haiti wurde gesagt.
Zum Hotel 4 Jahreszeiten für 5,60 Euro. Es zahlt mit einem 100 Euro Schein und denkt nicht im geringsten daran Trinkgeld zu geben.
Ich sagte, dann wünsche ich noch einen schönen Tag und tschüß. Es kam keine Antwort und ich ärgerte mich darüber so freundlich gewesen zu sein. Der Frau habe ich auch noch die Tür aufgehalten.
Vielleicht bin ich einfach zu freundlich. Unglaublich sind einige Kollegen, die klönen gerade mit anderen Kollegen, nehmen die Koffer und reden weiter mit den Kollegen. Die sagen nicht mal guten Tag zu den Fahrgästen und man denkt, wie konnten die Fahrgäste nur stören.
Schön dann auch in ausländischer Sprache und Service wie Tür aufhalten gibt es nicht.
Eine junge Frau stand mit einem Koffer längere Zeit neben dem Taxistand.
Als ich dann erster war, wollte sie mit mir fahren.
Sie erzählte dann, dass sie auf mich gewartet hat. Ich fragte warum ? Ich mag mit den Ausländern nicht fahren. Ich sagte naja, viele sind auch recht nett. Nein, ich habe da schlechte Erfahrungen gemacht, sagte sie.
Ich erklärte ihr dann, dass sie sich das Taxi aussuchen kann, was sie nicht wußte.
Ein Kollege soll ihr Bein gestreichelt haben, was mich dann auch fassungslos machte.
Solche Idioten versauen uns die Kunden, die sich leider nicht beschweren.



Kommentare:

  1. Die klassische Musik soll, wenn´s nach der "Hochbahn AG" geht, die Penner und Junkies abhalten. Das Ergebnis sieht man ja täglich..--((.
    Dem Päarchen mit den großen Koffern hätte ich nach der Bezahlung - ohne Trinkgeld - die Gepäckstücke direkt hinter´s Taxi gestellt, oder einfach nur den Kofferraum aufgemacht. Man muß sich zu so etwas zwingen, das ist nicht einfach. Aber man fühlt sich anschließend besser, als wenn man auch noch beim Tür aufhalten ignoriert worden wäre..--)).
    Selbst bei uns in den Vororten gehen die Kunden teilweise gezielt auf mit Deutschen besetzte Autos zu. Ich habe mir inzwischen abgewöhnt, die Nicht-Deutschen (Kollegen) in Schutz zu nehmen. Wie du ja schilderst, sind ein Großteil von ihnen ja selbst Schuld an diesen (Vor-)Urteilen.

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    1. Die Koffer hat das Hotelpersonal ausgeladen, da ich recht lange fürs Wechselgeld benötigte. Mehr als ausladen, hätte ich auch nicht gemacht.
      Es nützt nichts, wenn man sich über die Kollegen aufregt. Nur die Kunden könnten es ändern.
      Da sitzt ein Kollege im Kofferraum, ohne Schuhe, mit kurzer Schlabberhose und einem Unterhemd.
      Langsam bewegte er sich, als Fahrgäste kamen.
      Ich hätte das nächste Taxi genommen, aber leider machen das die Kunden nicht.
      So heute Regen, mal schauen was so läuft und das Taxi steht leider weit weg.

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